Show Your Vulnerability

Wann hast Du Dir zuletzt eingestanden, dass Du Dich verletzt fühlst? Wenn wir ehrlich sind, so kommt es im Zusammenspiel mit unseren Kolleg*innen, Partner*innen, Freund*innen oder auch bei Begegnungen mit Unbekannten fast täglich vor, dass unsere Grenzen überschritten werden und wir zutiefst bewegt werden. Häufig lassen uns diese Ereignisse nicht mehr los, und wir durchdenken jede Aussage, jede wahrgenommene Mimik, jedes Wort im Dauer-Loop unserer Gedanken. Gestehen wir uns dann ein, dass wir emotional verletzt sind? Eher selten! Vielmehr neigen wir dazu, die andere Person abzuwerten, uns dieser oder vermeintlich ähnlichen Situationen zu entziehen oder ein Schutzschild der „Härte“ über uns zu ziehen.

Vielleicht würdest Du Verletzlichkeit nicht unbedingt als positives Erlebnis bewerten. Warum auch? Verletzlichkeit ist in unserer Gesellschaft und insbesondere im Berufsalltag mit Scheitern, Versagen, Weichlichkeit und Enttäuschung verknüpft. Wir haben gelernt, dass Erfolg und Stärke wichtiger sind als der Draht zu unseren Gefühlen. Wenn wir uns aber darauf einlassen, einmal genau hinzuschauen, was Verletzlichkeit ausmacht, kommen wir zu ganz neuen Schlüssen.

Zunächst einmal ist Verletzlichkeit nichts Gutes oder Schlechtes, sondern bedeutet vor allem, überhaupt etwas zu fühlen! Wenn wir Verletzlichkeit nicht als Schwäche, sondern als den Zugang zu unseren Gefühlen begreifen, dann ist die Verletzlichkeit auch das Tor zu unserer eigenen Authentizität. Verletztheit bedeutet Angst, Trauer oder andere überwältigende Emotionen zu fühlen und im Umkehrschluss auch positive Gefühle wie Liebe, Freude, Empathie und Kreativität zu empfinden.

Was wir verstehen müssen ist, dass alle unsere positiven Gefühle darauf basieren, verletzlich zu sein. Wenn wir uns also nach Glück und positiven zwischenmenschlichen Beziehungen sehnen, müssen wir uns mit unserer Verletzlichkeit arrangieren und sie als etwas Kostbares zeigen.

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